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...in der Kunst- und Medienwelt...

...Wir halten Ihnen den Rücken frei!

Corona-Hilfspakete für Künstler und Kulturschaffende

Mit vielen Hilfspaketen in Milliardenhöhe unterstützen Bund und Länder Unternehmen in der Krise. Hier ein Überblick über die wichtigsten Unterstützungspakete:

Soforthilfe-Programm

Die Corona-Soforthilfe soll kleinere Gewerbebetriebe und Selbstständige rasch und unbürokratisch finanziell unterstützen, die durch die Corona-Pandemie in eine akute existenzbedrohende wirtschaftliche Lage und in Liquiditätsengpässe geraten sind. Der Anspruch auf Soforthilfen gilt insbesondere, wenn es schwierig wird, Miet- und Pachtkosten sowie sonstige Betriebskosten (z. B. Kredite für Betriebsräume oder Leasingraten) zu schultern.

Diese Soforthilfen richten sich an Betroffene, die infolge der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten (Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpass) gekommen sind. Das heißt konkret, dass Sie vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sind und der Schadenseintritt nach dem 11. März 2020 erfolgt ist.

Um Ihre laufenden Kosten für 3 Monate zu begleichen, haben Sie Anspruch auf eine Einmalzahlung von bis zu 9.000 EUR. Diese Einmalzahlung müssen Sie nicht zurückzahlen. Lediglich wenn der gezahlte Zuschuss über den tatsächlichen Kosten lag, muss diese Überzahlung zurückerstattet werden.
Sofern Ihr Vermieter Ihre Miete um mindestens 20 % reduziert, kann der ggf. nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden.

Ausgeführt wird dieses Programm über die Länder, die zudem oft eigene Hilfsprogramme aufgelegt haben. Diese können kombiniert und parallel beantragt werden. Ein eventueller Landeszuschuss wird also nicht auf das Sofortprogramm des Bundes angerechnet. Den Antrag auf Soforthilfe können Sie direkt bei Ihrem Bundesland stellen.

Achtung: „Der Zuschuss ist grundsätzlich steuerpflichtig, aber das wirkt sich erst dann aus, wenn die Steuererklärung für 2020 eingereicht werden muss, also frühestens im nächsten Jahr. Nur wenn im Jahr 2020 ein positiver Gewinn erwirtschaftet wurde, wird dann auf den Zuschuss der individuelle Steuersatz fällig.“ (BMWI)

Hier finden Sie die Übersicht über die zuständigen Behörden bzw. Stellen in den Ländern. Alle Informationen dazu sind auf → www.bundesfinanzministerium.de/corona

Ihr Mietverhältnis

Kündigungsschutz im Laufe der Corona-Krise
Ihr Mietverhältnis darf vorerst nicht gekündigt werden, wenn es wegen der Corona-Krise zu Verzögerungen bei den Mietzahlungen kommt. Und auch Leistungen der Grundversorgung (Strom, Gas, Telekommunikation, soweit zivilrechtlich geregelt auch Wasser) dürfen Ihnen nicht verweigert werden, weil Sie Ihren Zahlungspflichten krisenbedingt nicht sofort nachkommen können. Diese Regelung gilt bis zum 30. Juni 2020.

Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung

Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung
Für Kultur- und Medienschaffende, denen durch die jetzige Krise das Einkommen oder die wirtschaftliche Existenz wegbricht, wird der Zugang zu Leistungen der Grundsicherung vereinfacht. Dies gilt unabhängig davon, ob der Antragsteller arbeitslos ist oder einer Beschäftigung nachgeht. Die Leistungen der Grundsicherung umfasst den Regelbedarf für den persönlichen Lebensunterhalt.

Eine erwachsene alleinstehende Person erhält aktuell 432 EUR. Kinder erhalten je nach Alter einen Regelbedarf von 250 bis 354 EUR. Außerdem hängt der Regelbedarf davon ab, ob z. B. noch ein (hilfebedürftiger) Partner mit im Haushalt lebt.
Um den Zugang zur Grundsicherung zu vereinfachen, entfällt bei Neuanträgen bis zum 30. Juni 2020 für die ersten sechs Monate die Vermögensprüfung, wenn erklärt wird, dass kein erhebliches verwertbares Vermögen verfügbar ist (Höchstgrenze 60.000 EUR für das erste zu berücksichtigende Haushaltsmitglied; 30.000 EUR für jedes weitere zu berücksichtigende Haushaltsmitglied). Diese Grenze gilt insbesondere für alle Barmittel oder sonstige liquide Mittel wie Girokonten, Sparbücher, Schmuck, Aktien oder Lebensversicherungen.

Selbstgenutztes Wohneigentum sowie Vermögen, das der Alterssicherung dient, sind hier in den meisten Fällen nicht zu berücksichtigen. Das Einkommen eines Partners bzw. einer Partnerin zählt mit, wenn der Antragsteller mit dieser Person in einem Haushalt lebt. In diesem Zeitraum werden auch die Kosten der Unterkunft (Miete, Nebenkosten, Heizkosten) in voller Höhe übernommen.
Die Bundesregierung kann den Zeitraum für die erleichterten Bedingungen durch Rechtsverordnung bis zum 31. Dezember 2020 verlängern.
Kinderzuschlag (KiZ) als Alternative zur Grundsicherung erhält, wessen Einkommen zwar für ihn selbst, nicht aber für seine Familie reicht. Der Antrag auf Grundsicherung kann formlos telefonisch, per E-Mail oder per Brief beim zuständigen Jobcenter gestellt werden.

Nähere Informationen und alle Details zur konkreten Antragstellung finden Sie unter → www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung.

Ausfallhonorare für vom Bund geförderte Kulturprojekte

Bund ermöglicht Ausfallhonorare in der Corona-Krise
Die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) ermöglicht es Kulturinstitutionen, freischaffenden Kreativen Ausfallhonorare für Engagements zu zahlen, die wegen der Corona-Krise abgesagt wurden. Die Regelung gilt für Kultureinrichtungen und Projekte, die vom Bund gefördert werden. Voraussetzung ist, dass das Engagement bis zum Stichtag 15. März 2020 vereinbart wurde. Bei Gagen unter 1.000 EUR kann ein Ausfallhonorar von bis zu 60 % des Nettoentgelts gezahlt werden. Bei Gagen über 1.000 EUR können die Künstlerinnen und Künstler maximal 40 % des Nettoentgelts erhalten; die Obergrenze des Ausfallhonorars liegt bei 2.500 EUR. Weitere Informationen finden Sie hier: → bit.ly/35z7ZeW

Gutscheine statt Geld zurück

Am 8. April 2020 hat das Bundeskabinett eine Formulierungshilfe für einen Gesetzentwurf zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Veranstaltungsvertragsrecht beschlossen.

Veranstalter von Musik-, Kultur-, Sport-, oder sonstigen Freizeitveranstaltungen sollen danach Inhabern von Eintrittskarten, die vor dem 08. März 2020 erworben wurden, anstelle einer Erstattung der Eintrittspreise einen Gutschein übergeben können, wenn die Veranstaltung aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht stattfinden konnte oder kann.

Der Gutschein kann entweder für eine Nachholveranstaltung oder eine alternative Veranstaltung eingelöst werden. Erfasst von der Regelung sind nicht nur Eintrittskarten für einmalige Veranstaltungen, sondern auch Dauerkarten. Wenn der Gutschein bis zum 31. Dezember 2021 nicht eingelöst ist, muss der Veranstalter den Wert (Eintrittspreis inkl. etwaiger Vorverkaufsgebühren) erstatten. Ist die Verwendung des Gutscheins für dessen Inhaber unzumutbar, kann er/sie von den Veranstaltern die Auszahlung des Gutscheinwertes verlangen.
Quelle: Bundesregierung

Entschädigung bei Quarantäne oder Tätigkeitsverbot

Wer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) unter Quarantäne gestellt wird oder mit einem Tätigkeitsverbot belegt wurde und einen Verdienstausfall erleidet, ohne krank zu sein, erhält grundsätzlich eine Entschädigung (§56 IfSG). Die Bundesländer haben dazu mit unterschiedlichen Paketen auf die Gesetzeslage reagiert.

In Nordrhein-Westfalen sind die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) für die Entschädigung je nach dem Sitz der Betriebsstätte zuständig.

Das Angebot in NRW bietet folgende Möglichkeiten
Unter der Voraussetzung, dass der Antragsteller aufgrund des Infektionsschutzgesetzes unter Quarantäne gestellt oder mit einem Tätigkeitsverbot belegt wurde, ohne krank zu sein, und er einen Verdienstausfall hat, kann er

  • für die ersten 6 Wochen eine Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalles erhalten,
  • ab der 7. Woche Entschädigungsleistungen in Höhe des Krankengeldes der Krankenkasse erhalten.
  • Die Entschädigung wird in den ersten 6 Wochen vom Arbeitgeber gezahlt.
  • Ab der 7. Woche und im Fall der Selbstständigkeit wir die Entschädigung durch die Landschaftsverbände Rheinland gezahlt.

Filmförderung

Filmförderung – Bund, Länder und FFA starten Hilfsprogramm für die Filmbranche
Gemeinsam mit den Länderförderern und der Filmförderungsanstalt (FFA) wurde die verstärkte Absicherung laufender Förderungen (insbesondere Produktion und Verleih) vereinbart. Dies soll u. a. erfolgen durch den Verzicht auf Rückforderungen, wenn Dreharbeiten pandemiebedingt abgebrochen, bzw. Filme nicht herausgebracht werden, die Übernahme von Mehrkosten bei Verschiebungen und Unterbrechungen geförderter Projekte sowie eine vorübergehend flexiblere Handhabung der Sperrfristen. Nähere Informationen finden Sie hier: → bit.ly/2zbIft1

Programm „Neustart“ für Museen

Mit bis zu 10 Mio. EUR unterstützt die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) einmalig Schutzmaßnahmen, die eine Wiedereröffnung vor allem kleinerer und mittlerer Kultureinrichtungen ermöglichen, die Corona-bedingt geschlossen wurden.

Finanziert werden Investitionen in den Umbau und zur Ausstattung, z. B. der Einbau von Schutzvorrichtungen oder die Optimierung der Besuchersteuerung.
Auch die Einführung oder Anpassung digitaler Vermittlungsformate können unterstützt werden. Für die Maßnahmen sind zwischen 10.000 und 50.000 EUR pro Kultureinrichtung vorgesehen. Weitere Informationen finden Sie hier: → bit.ly/3cb9dzs

Orchesterprogramm

Bis zu 5,4 Mio. EUR stellt die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) an Soforthilfen für freie Orchester und Ensembles zur Verfügung. Das Hilfsprogramm soll künstlerisches Arbeiten trotz der Corona-Pandemie ermöglichen.

Das Soforthilfeprogramm läuft bis Ende 2020 und richtet sich an professionelle Orchester und Ensembles mit Sitz in Deutschland.

Antragsteller können bis zu 200.000 EUR erhalten. Voraussetzung ist, dass Projekte im Inland realisiert werden und dass die Projektorchester und Klangkörper nicht überwiegend öffentlich finanziert werden. Weitere Informationen finden Sie hier: → bit.ly/2WLrgG7

Beratungsförderung

Seit dem 3. April 2020 bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Förderung von Beratung für Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler an. Ab sofort können Sie einen Antrag für Beratungen, die bis zu einem Beratungswert von 4.000 EUR ohne Eigenanteil gefördert werden, beim BAFA stellen.

Förderfähig sind ausschließlich konzeptionelle, individuelle Beratungsleistungen. Auch unsere steuerliche und wirtschaftliche Beratungsleistung ist entsprechend der Förderrichtlinien förderungsfähig.

Nähere Informationen – insbesondere zur Antragstellung – entnehmen Sie bitte dem Merkblatt für Corona-betroffene Unternehmen unter diesem Link: → bit.ly/3bcm3vU

Beitrags- und Steuerstundungen

Wenn Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen nicht leisten können, sollen diese Zahlungen auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 bei ihrem Finanzamt stellen. An die Bewilligung der Stundung sind dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Unternehmen müssen darlegen, dass sie unmittelbar betroffen sind. Den Wert entstandener Schäden müssen sie aber nicht im Einzelnen belegen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird. Diese Maßnahme betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer. Auch eine Stundung der Kraftfahrzeugsteuer ist möglich.

Hierzu ist bis 31. Dezember 2020 beim zuständigen Hauptzollamt ein entsprechender Stundungsantrag zu stellen. Bitte nehmen Sie dazu am besten Kontakt mit unserer Kanzlei auf.
Quelle: BMF

Senkung der Vorauszahlungen

Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Gleiches gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen.

Hierfür können sie bei ihrem Finanzamt einen Antrag stellen. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Bereits für 2020 geleistete Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer können zudem auf Antrag erstattet werden. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.

Bitte nehmen Sie dazu am besten Kontakt mit unserer Kanzlei auf.
Quelle: BMF

Pauschalierter Verlustrücktrag für 2020

Unternehmen, die coronabedingt in diesem Jahr mit einem Verlust rechnen, erhalten eine Liquiditätshilfe. Sie können daher ab sofort neben den bereits für 2020 geleisteten Vorauszahlungen auch eine Erstattung von für 2019 gezahlte Beträge bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen, und zwar auf Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustes für das aktuelle Jahr. Mit dieser Maßnahme soll für kleine Unternehmen und Selbstständige in der Kultur und im Gastrobereich notwendige Liquidität geschaffen werden.

Betroffene Steuerpflichtige mit Gewinn- und Vermietungseinkünften können die nachträgliche Herabsetzung der Vorauszahlungen zur Einkommen- oder Körperschaftsteuer für 2019 jetzt auf der Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags (§ 10d Abs. 1 Satz 1 EStG) beantragen. Von einer Betroffenheit wird regelmäßig ausgegangen, wenn die Vorauszahlungen für 2020 bereits auf 0 EUR herabgesetzt wurden.

Der pauschal ermittelte Verlustrücktrag aus 2020 beträgt 15 % der maßgeblichen Einkünfte, die der Festsetzung der Vorauszahlungen für 2019 zugrunde gelegt wurden (max. eine Mio. EUR bzw. zwei Mio. EUR bei Zusammenveranlagung). Auf dieser Grundlage werden die Vorauszahlungen für 2019 neu berechnet. Eine Überzahlung wird erstattet.
Wenn es dem Unternehmen wieder besser geht und es wider Erwarten im Jahr 2020 doch Gewinn macht, zahlt der Unternehmer diese Finanzspritze wieder zurück. Solange das Unternehmen Verluste ausweist, muss sie nicht zurückgezahlt werden.

Mehr dazu unter → bit.ly/35DXB5n

Bonuszahlungen an Beschäftigte

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kümmern sich Tag für Tag darum, die Menschen in Deutschland zu versorgen. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie machen sie das in unterschiedlichsten Funktionen unter erschwerten Bedingungen. Zahlreiche Arbeitgeber haben deshalb angekündigt, ihren Beschäftigten einen Bonus zahlen zu wollen.

Die Bundesregierung hat dafür gesorgt, dass solche Zahlungen bis zu 1.500 EUR in diesem Jahr steuerfrei sind.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 EUR im Jahr 2020 steuerfrei auszahlen oder als Sachlohn gewähren. Voraussetzung ist, dass Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Senkung der Beiträge zur Künstlersozialversicherung oder Stundung der Beiträge

Wenn Sie Beiträge an die Künstlersozialkasse (KSK) entrichten, können Sie eine Stundung bzw. Herabsetzung der Beiträge beantragen. Weitere Informationen zum Antrag finden Sie unter → www.kuenstlersozialkasse.de Hier ein Auszug aus den Veröffentlichungen:

Maßnahmen für Versicherte, deren Einkommensprognose sich verändert hat
Lässt sich die Schätzung des gemeldeten voraussichtlichen Jahresarbeitseinkommens im laufenden Jahr nicht verwirklichen, weil z. B. Aufträge storniert werden, besteht jederzeit die Möglichkeit, der KSK die geänderte Einkommenserwartung zu melden. Die Beiträge werden auf Antrag den geänderten Verhältnissen angepasst. Den Antrag finden Sie unter der Rubrik Service im Mediencenter dieser Internetseite unter „Vordrucke und Formulare".

Die Änderung wirkt sich für die Zukunft aus und kann nach der gesetzlichen Regelung zwar wiederholt aber nicht rückwirkend korrigiert werden. Eine Änderung der Schätzung des voraussichtlichen Jahresarbeitseinkommens sollte deswegen sorgfältig und behutsam erfolgen, je nachdem wie sich die Situation im laufenden Kalenderjahr absehbar entwickelt.

Bestehen akute Zahlungsschwierigkeiten können individuelle Zahlungserleichterungen gewährt werden. Hierzu folgen in Kürze weitere Informationen.

Wer keine Einnahmen erzielen kann, weil z. B. Konzerte, Ausstellungen u. ä. abgesagt werden, hat zudem die Möglichkeit, Leistungen nach dem → Zweiten Buch, Sozialgesetzbuch (ALG II) [PDF] zu beantragen. Ansprechpartner ist das jeweils zuständige Jobcenter oder, für die Bewilligung von Arbeitslosengeld I die Agentur für Arbeit.

Beitragserleichterungen bei der Sozialversicherung

Die Sozialversicherungsunternehmen helfen Arbeitgebern in der aktuellen schweren Situation. Können Sie als Arbeitgeber aufgrund der Corona-Krise die Sozialversicherungsbeiträge nicht zahlen, können Sie unbürokratisch einen Antrag auf Stundung stellen – aktuell galt das für die Beitragsmonate März, April und zum Teil bis Mai 2020.

Voraussetzungen
Es bestehen ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten oder im Falle der sofortigen Einziehung der Beiträge würden solche Schwierigkeiten entstehen.
Der Antrag ist bei der zuständigen Krankenkasse zu stellen.
Quelle: gkv-spitzenverband/AOK

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Die Möglichkeit einer Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen ist in § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV geregelt.

Voraussetzungen
Voraussetzung ist, dass das Unternehmen in Folge der Corona-Krise ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten hat oder im Falle der sofortigen Einziehung der Beiträge in solche Schwierigkeiten geraten würde. Eine Stundung ist für die Monate März und April 2020 möglich. Die Entscheidung über eine Stundung fällt die zuständige Krankenkasse.

Der Anspruch wird durch die Stundung nicht gefährdet (das ist der Fall, wenn die Zahlungsschwierigkeiten nicht nur vorübergehend sind oder eine Überschuldung in absehbarer Zeit offensichtlich nicht abgebaut werden kann).

Mehr Informationen auf der → Seite der AOK.

Stundung der Rentenversicherungsbeiträge

Selbstständige, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind und durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können auf Antrag ihre Beitragszahlung bis 31. Oktober 2020 aussetzen. Dies gilt auch für Beiträge, die aufgrund einer Stundungsvereinbarung in Raten gezahlt werden. Hierauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin.

Betroffene können sich unter Hinweis auf die Corona-Pandemie formlos an ihren Rentenversicherungsträger wenden und eine Aussetzung der laufenden Beitragszahlung beantragen. Die Rentenversicherung wird zu einem späteren Zeitpunkt eine rückwirkende Überprüfung des Versicherungsverhältnisses vornehmen und die Höhe der Beiträge den tatsächlichen Verhältnissen anpassen. Der Zeitpunkt der Überprüfung wird den Betroffenen vorab mitgeteilt.

Das kostenfreie Service-Telefon der Rentenversicherung steht unter der Nummer 0800 1000 4800 zur Verfügung.
→ www.deutsche-rentenversicherung.de

Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise

Bereits am 16. März 2020 hatte die Bundesregierung den Zugang zum Kurzarbeitergeld rückwirkend zum 1. März erleichtert. Unternehmen konnten somit direkt zu Beginn der Corona-Krise Kurzarbeit beantragen und ihre Beschäftigten schützen. Am 22. April 2020 einigte sich der Koalitionsausschuss auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes.

Was ist Kurzarbeitergeld?
Die Agentur für Arbeit zahlt das Kurzarbeitergeld als teilweisen Ersatz für den durch einen vorübergehenden Arbeitsausfall entfallenen Lohn. Sie ersetzt einen Teil des weggefallenen Nettoeinkommens: Bei kinderlosen Beschäftigten 60 % und bei Beschäftigten mit Kindern 67 %. Der Arbeitgeber wird dadurch bei den Kosten der Beschäftigung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlastet. So können Unternehmen ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch bei Auftragsausfällen weiter beschäftigen. Das Kurzarbeitergeld hilft also, Kündigungen zu vermeiden.

Was gilt bereits seit 16. März?
Nur noch 10 % der Beschäftigten im Betrieb müssen vom Arbeitsausfall betroffen sein (statt wie bisher ein Drittel), damit Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen werden kann.

Den Arbeitgebern werden die Sozialversicherungsbeiträge, die sie bei Kurzarbeit zahlen müssen, in voller Höhe erstattet (durch die Bundesagentur für Arbeit, BA).
Kurzarbeitergeld gibt es auch für Leiharbeitnehmer: Auch Zeitarbeitsunternehmen können bereits jetzt einen Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit anzeigen.
Es müssen keine negativen Arbeitszeitsalden mehr aufgebaut werden, um Kurzarbeit zu nutzen: Bisher mussten Betriebe, um Kurzarbeit zu vermeiden, möglichst Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen nutzen.

Welche Erhöhungen wurden am 22. April beschlossen?
Das Kurzarbeitergeld wird erhöht, und zwar abhängig von der Dauer der Kurzarbeit. Bisher zahlt die Bundesagentur für Arbeit bei Kurzarbeit 60 % und für Eltern 67 % des Lohnausfalls.
Ab dem vierten Monat des Bezugs soll das Kurzarbeitergeld für kinderlose Beschäftigte, die derzeit um mindestens 50 % weniger arbeiten, auf 70 % und ab dem siebten Monat des Bezugs auf 80 % des Lohnausfalls erhöht werden.
Bei Beschäftigten mit Kindern, die derzeit um mindestens 50 % weniger arbeiten, beläuft sich die Erhöhung ab dem vierten Monat des Bezugs auf 77 % und ab dem siebten Monat des Bezugs auf 87 %. Diese Erhöhungen gelten maximal bis 31. Dezember 2020.
Hier finden Sie weitere praktische Informationen zum Kurzarbeitergeld: → FAQ des Bundesarbeitsministeriums

→ Weitere Informationen des Bundesarbeitsministeriums

KfW Unternehmerkredit

Als Unternehmen, Selbstständiger oder Freiberufler sind Sie durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten und benötigen einen Kredit? Um Ihre Liquidität zu verbessern und laufende Kosten zu decken, können Sie jetzt einen KfW-Kredit erhalten. Den Kredit beantragen Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse.

Bereiten Sie jetzt Ihren Antrag vor: Im Online-Formular können Sie mit wenigen Angaben den passenden KfW-Kredit finden und sich über die wichtigsten Konditionen informieren. Am Ende erhalten Sie eine Zusammenfassung Ihrer Angaben und somit eine gute Vorbereitung für Ihr Bankgespräch.

Konditionen

  • für etablierte Unternehmen, die mindestens 5 Jahre am Markt sind
  • für Anschaffungen und laufende Kosten
  • reduzierter Zinssatz von 1,00 bis 2,12 % p.a.
  • bis zu 90 % des Bankenrisikos übernimmt die KfW
  • kleinere und große Kreditbeträge – bis zu 1 Mrd. EUR
  • bis zu 10 Jahre Zeit für die Rückzahlung sowie 2 Jahre keine Tilgung
  • Laufzeit bis zu 5 Jahre
  • keine Liquiditätsengpässe bereits vor dem 31. Dezember 2019
  • Antragsstellung über die Hausbank

Quelle: KfW

Bürgschaften

Bürgschaften bei Liquiditätsengpässen
Bund und Länder bieten Unternehmen, insbesondere in strukturschwachen Regionen, Bürgschaften an, wenn es unverschuldeter Weise zu Liquiditätsengpässen in Unternehmen kommt. So gibt der Staat Bürgschaften bis zu 90 % des Kreditrisikos. Mit 10 % Restrisiko muss dann die Bank einsteigen. Die Erfahrungen zeigen allerdings, dass sich die Hausbanken wegen der noch verbleibenden zehnprozentigen Haftung mit Kreditvergaben immer noch schwer tun.

Voraussetzungen

  • Unternehmen, die bis zum Beginn der Krise tragfähige Geschäftsmodelle hatten
  • keine Liquiditätsengpässe bereits vor dem 31. Dezember 2019

Entscheidend ist aber vor allem eine fundierte Vorbereitung jedes Kreditgesprächs bei der Bank. Hier können wir mit entsprechender Vorbereitung von Unterlagen und unserer Begleitung zum Gespräch aktiv unterstützen.

Selbstverständlich sind wir für Sie da und beraten Sie umfänglich zu möglichen Maßnahmen für Ihr Unternehmen!
Bleiben Sie gesund! #staysafe #stayathome

 

Beratung für Medien,
Künstler und Galerien


Beratung für Medien, Künstler und Galerien

Kunstvereine, bildende Kunst, Kunsthandwerk, Buchbinderhandwerk, Verleger, Redakteure, Kostümberater, Berufe und Unternehmen rund um Rundfunk, Film und Fernsehen, Webdesigner, Werbeagenturen, Regisseure, Journalisten – das sind die Unternehmer, die wir in allen steuerlichen und wirtschaftlichen Fragen beraten.

Erfolgreich und selbstständig in der Kunst- und Medienwelt zu sein

ist der Wunsch vieler Künstler/-innen und Medienleute. Sie wollen eine gute Geschäftsidee verwirklichen, um mehr eigenen Gestaltungsspielraum zu gewinnen, Sie planen, in ein bestehendes Unternehmen einzusteigen, ein bestehendes Unternehmen zu kaufen oder erst einmal klein anzufangen, dann sollten Sie mit uns Kontakt aufnehmen, denn wir haben langjährige Erfahrung mit Startups im Kunst- und Medienbereich.

Den Rücken frei zu haben

ist das erklärte Ziel für jeden Freiberufler oder Unternehmer. Denn Belegverarbeitung, Buchhaltung, Steuerfragen und der „Kampf" mit Behörden, der GEMA oder der Künstlersozialversicherung nehmen Zeit in Anspruch und halten von der Zielerreichung ab. Mit unserem Service gewinnen Sie ein Backoffice, das Sie von Aufgaben wie Buchhaltung, Controlling, Zahlungsverkehr und Steuererklärungen entlastet und Ihnen freie Kapazitäten für Ihre eigentlichen Aufgaben schafft. Besuchen Sie auch gerne unsere Webseite www.buehler-wirtschaftspruefer.de.

Steuer­beratung ist ein Stück Lebens­beratung


Denn Unternehmen, Beruf, Familie, Ziele, Erfolg, Finanzen, Gesundheit bestimmen als nur Gesamtheit die Lebensqualität, die wir uns alle wünschen. Deshalb berate ich Sie als Mandant auch möglichst im Einklang mit Ihren persönlichen Zielen und auf Ihrem individuellen Weg und nur dann kann eine optimale Beratungsleistung zustande kommen. Ob Sie ein Startup oder ein Spinoff planen, ob Sie neu organisieren, umstrukturieren wollen, oder auch wirtschaftlich gerade aus der Bahn gefallen sind, dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen.

Dipl.-Kfm., Ralf Chr. Bühler

Dipl.-Kfm., Ralf Chr. Bühler
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Studium

1985-1988 Studium der Wirtschaftswissenschaften an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln

Studienschwerpunkt: Wirtschaftsprüfung, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Steuerrecht

Berufsexamina

1993 Steuerberaterexamen und Bestellung zum Steuerberater

1994 Wirtschaftsprüferexamen und Bestellung zum Wirtschaftsprüfer

Berufstätigkeit

1988 bis 1994 Wollert-Elmendorff Deutsche Industrie-Treuhand GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf

1994 bis 1995 Vorstandsmitglied in der Zweirad-Einkauf-Genossenschaft eG, Köln

Seit 1995 Selbstständige Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Köln

Schwerpunkte der Berufstätigkeit

  • Durchführung von Abschlussprüfungen
  • Durchführung von Prospektprüfungen gem. IDW S 4
  • Durchführung von Due Dilligence-Prüfungen
  • Sanierungsberatung gem. IDW S 6
  • Erstellung von Bewertungsgutachten
  • Betriebswirtschaftliche Beratung von mittelständischen Unternehmen
  • Strategieberatung
  • Coaching von Unternehmern
  • Projektbegleitung und Steuern

Mehr zu uns finden Sie hier.

Steuer- und Wirtschafts­beratung
für Existenz­gründer


Steuer- und Wirtschaftsberatung für Existenzgründer
  • Sie wollen sich selbstständig machen, Ihr eigenes Unternehmen gründen, ein bestehendes kaufen oder den Start erst mal nebenberuflich gestalten?
  • Sie möchten mit einem erfahrenen und unabhängigen Gründungsberater einen Businessplan für Ihre Geschäftsidee aufstellen?
  • Sie wollen Chancen und Risiken Ihres Plans mit fachlicher Unterstützung abwägen?
  • Sie haben individuelle Fragen z. B. zur Organisation Ihres neuen Unternehmens?
  • Sie brauchen einen Finanzplan, der auch bei Ihrer Bank Anerkennung findet?

Unsere Leistungen für Sie:

  • Ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch.
  • Erstellung oder Überprüfung Ihres Businessplans. Die fachliche Stellungnahme ist z. B. eine Voraussetzung für den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit
  • Gründungsberatung mit Finanzplan
  • Anträge für evtl. Fördermittel
  • Alle steuerlichen Anmeldungen
  • Vorbereitung zu Gesprächen mit der Bank
  • Beratung über steuerliche Pflichten (Rechnungen korrekt erstellen, Kassenbuch führen, Checkliste für notwendige Unterlagen für die Steuererklärung, Aufbewahrungsfristen von Unterlagen, Aufzeichnungspflichten)
  • Wahl der geeigneten Rechtsform

Die Wege zur Gründung sind weit. Doch wenn Sie Ihr Ziel fest im Auge haben, erhalten Sie von mir die richtige Hilfe und das Rüstzeug für Ihre Schritte zum geschäftlichen Erfolg.

Backoffice


Backoffice Als Künstler, Publizist, Medienschaffender oder Veranstalter sind Sie in der Regel viel auf Achse. Da ist es sinnvoll, den Rücken frei zu haben und sich auf das eigentliche Geschäft konzentrieren zu können. Wir bieten Ihnen dazu mit Hilfe modernster Kommunikation die Grundlage.

Während Sie auf Tournee oder beim Kunden sind, kümmern wir uns um

  • Ihre Belegverarbeitung
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  • Die Auseinandersetzung mit Behörden

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Unsere Beratung greift dabei auch auf die Leistungen unseres Netzwerks mit Rechtsanwälten, Medienrechtlern, Versicherungs- und Finanzierungsexperten zurück. So können wir Ihnen helfen, alle vertraglichen und steuerlichen Fragen vorzubereiten oder zu klären bei

  • Autorenhonoraren
  • Autorenverträgen
  • Urheberrechten (Lizenzen, Verwertungsrechte etc.)
  • Lizenzzahlungen, Gagen
  • Einkünften von Künstlern, die im In- und Ausland tätig sind
  • Doppelbesteuerung
  • GEMA, GVL
  • Künstlersozialkasse

Urheber- und Verwertungs­rechte


Urheber- und Verwertungsrechte Am Beispiel des Musikrechts lässt sich das komplizierte deutsche und auch internationale Urheberrecht und seine Verschachtelungen auf mehrere Ebenen darstellen.

Interessengruppen

Der Musikmarkt ist geprägt durch eine Vielzahl unterschiedlicher Interessengruppen. Hierzu zählen die Künstler (Komponisten, Musiker), Produzenten, Plattenfirmen, Veranstalter, Agenturen, Verlage, Vertriebe, Händler und viele mehr.

Jede Interessengruppe ist auf die anderen Interessengruppen angewiesen: Eine Plattenfirma kann nicht ohne den zu betreuenden Künstler existieren. Um Geld zu verdienen, ist ein Vertrieb erforderlich, durch den die Tonträger an den Händler verteilt werden. Um den Künstler bekannt zu machen, sind Konzertveranstaltungen, TV- und Radio-Auftritte erforderlich. Demnach kann man unter dem Begriff Musikrecht alle Sachverhalte verstehen, die durch das Zusammenwirken dieser Interessengruppen zu regeln sind.

Zu den Unterschieden zwischen Urheber, ausübendem Künstler und Tonträgerhersteller:

  • Nach § 7 UrhG ist der Urheber der Schöpfer eines Werkes - im Bereich Musik also der Komponist oder der Texter.
  • Im Gegensatz dazu ist der ausübende Künstler nach § 73 UrhG derjenige, der ein „Werk ... aufführt, singt spielt, oder ... an einer solchen Darbietung mitwirkt", sprich der Musiker.
  • Der Tonträgerhersteller lässt eine Aufnahme erstmalig fixieren, § 85 UrhG. Der Tonträgerhersteller wird oft auch als Plattenfirma oder Label bezeichnet, obwohl diese Begriffe nicht immer deckungsgleich sind.

Man kann diesen Vorgang des Zusammenwirkens auch mit dem Bau eines Hauses vergleichen: der Komponist ist der Architekt, der die Baupläne zeichnet, die ausübenden Künstler sind die Bauarbeiter, die das Haus tatsächlich aufbauen und der Tonträgerhersteller ist die Bank, die alles finanziert.

Will man das Musikrecht verstehen, dann ist es sinnvoll, sich bewusst zu machen, dass das Urhebergesetz insbesondere ein Ziel verfolgt: Die Absicherung des Künstlers gegen eine unbefugte Nutzung bzw. wirtschaftliche Auswertung seines Werkes; denn kulturelles Schaffen ist nur dann dauerhaft denkbar, wenn es sich dabei nicht um „brotlose Künste" handelt.

Die Regelungen des Urhebergesetzes im Einzelnen:

Der Urheber

Nach dem Willen des Gesetzgebers soll der Urheber umfassend an der wirtschaftlichen Auswertung seiner Werke beteiligt werden, § 11 UrhG. Dies ist nur möglich, wenn der Urheber einen (gerichtlich durchsetzbaren) Anspruch auf Beteiligung an der Auswertung/Verwertung seiner Werke erhält. Voraussetzung dafür ist ein entsprechendes Recht. Dem Urheber stehen deshalb gemäß § 15 UrhG besondere „Verwertungsrechte" zu. Die Verwertungsrechte werden vom Gesetzgeber überall da geschaffen, wo mit Musik Geld verdient wird. Durch das Verwertungsrecht wird also ein Tor geöffnet, durch das Geld fließen kann. Man sagt deshalb auch: „Recht ist Geld". Es ist nun zu klären, wie und wo überall mit Musik Geld verdient wird. „Geldquellen" sind vor allem:

  • für den Tonträgerhersteller der Verkauf von den von ihm hergestellten CDs an den Vertrieb/Händler bzw. über das Internet als Download etc.
  • Die CDs werden dann im Radio/TV gesendet, womit die Sender (über die Werbung) Geld verdienen.
  • Eine Diskothek spielt „gute" Musik, damit Besucher kommen und für den Eintritt und für die Konsumgüter (Getränke etc.) zahlen.
  • Der Veranstalter eines Konzertes freut sich über den maximalen Verkauf der Eintrittskarten.

Damit korrespondieren die Rechte des Urhebers, § 15 UrhG:

  • Um CDs verkaufen zu können, muss der Tonträgerhersteller die CD zunächst vervielfältigen lassen. Deshalb steht dem Urheber ein Vervielfältigungsrecht zu. Für die Abgabe der CD an den Händler/Vertrieb besteht das Verbreitungsrecht, für den Download das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.
  • Will ein Radiosender einen Titel senden, dann benötigt er das Senderecht,
  • der Discothekenbesitzer benötigt das Recht zur Wiedergabe von Tonträgern,
  • der Konzertveranstalter das Aufführungsrecht.

Für all diese Rechte muss der Musiknutzer zahlen. Somit wird die umfassende Beteiligung des Urhebers sichergestellt.

Problematisch wird dies in dem Moment, da für die Nutzung nicht mehr gezahlt wird, z. B. bei Tauschbörsen im Internet.

Die Leistungsschutzberechtigten

Man unterscheidet zwischen den ausübenden Künstlern, §§ 73 ff UrhG und den Tonträgerherstellern, §§ 85 ff UrhG.

Der ausübende Künstler

Seine Aufgabe besteht darin, die Aufnahmen einzuspielen. Für diese „Leistung" erwachsen ihm die Verwertungsrechte aus §77, §78 UrhG. Diese sind nicht so umfassend ausgestaltet wie die Rechte des Urhebers nach § 15 UrhG. Der ausübende Künstler erhält aber insbesondere das Aufnahmerecht, das Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung und das Recht der öffentlichen Wiedergabe.

Der Tonträgerhersteller

Der Tonträgerhersteller ist der wirtschaftliche Produzent. Die Aufgabe des Tonträgerherstellers ist klar umrissen: Er trägt das wirtschaftliche Risiko und die organisatorische Gesamtverantwortung der Produktion. Das Gesetz belohnt ihn in § 85, § 86 UrhG mit Leistungsschutzrechten, weil er ein wirtschaftliches Risiko eingeht, wenn er eine Musikproduktion finanziell unterstützt, was ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt bedeutet.

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Dipl.-Kfm. Ralf Chr. Bühler
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
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